Jeder fängt mal klein an – Ein Azubi zieht Bilanz

23.07.2018 / von admin / in Blog

Meine ersten Monate als Auszubildender für Fachinformatik in Anwendungsentwicklung neigen sich dem Ende zu. Ich fühle mich immer noch ein wenig wie im Rausch. Bereits bei dem Bewerbungsgespräch wurde mir klar: Hier läuft einiges anders. Ich habe bereits 2 klassische Berufsausbildungen absolviert und fand es deshalb auch etwas befremdlich, dass der Umgang untereinander viel weniger hierachisch aufgebaut ist als ich es gewohnt war. Von Beginn an hatte ich das Gefühl hier in ein gleichberechtigtes Team integriert zu werden.

Nach den obligatorischen Abläufen wie zum Beispiel Kollegen kennenlernen, Büro Rundgang und einem angenehmen Kennenlerngespräch mit meinem Ausbilder, habe ich mir nach eigenem Geschmack meinen Arbeitsplatz mit OS, Browser und IDE eingerichtet. Als schönes Extra gab es dann  ein frisches Set aus Maus, Tastatur und Headset nach Wahl, damit ich mich an meinem neuen Arbeitspllatz auch wirklich wohlfühle. Zusammen mit den beiden anderen Azubis konnte ich nun einen tieferen Blick auf das werfen, was mich in den folgenden Monaten erwartet. Sie zeigten mir die unterschiedlichen Tools und Workflows die im Büro täglich eingesetzt werden und richteten mit mir gemeinsam die Accounts für verschiedene Dienste ein. Ebenfalls zeigten sie mir schon viele Kniffe, welche mir in der nahen Zukunft einige Fragen erspart haben.

 

In den folgenden Tagen war meine Aufgabe die Einarbeitung in das Projekt des Azubiteams (Die Minions :D), das eine Google Chrome Extension für Trello zur Zeitbuchung, sowie eine Integration von Storypoints in Trello, für die Betriebsinfrastruktur umfasste. Hierbei war es mir überlassen wie ich die Aufgabe angehe, ob ich mir mein Wissen unter Anleitung oder autoditaktisch erarbeiten möchte. Durch wöchentliche Meetings wird gemeinsam im Team der Umfang der Aufgaben festgelegt, eingeschätzt und neue Ideen entwickelt. Bei den täglichen Meetings können Probleme oder Fragen besprochen werden.  Jeder im Büro hat ein offenes Ohr für Fragen, Ideen und Anregungen oder wenn man einfach nur ein bisschen Fachsimpeln will. In der recht kurzen Zeit hatte ich bereits mit einer großen Menge an Techniken, Methoden und Tools Kontakt. Von den Klassikern wie HTML, CSS & Javascript über GIT, bower und node.js bis hin zu Angular, Continious Integration und Yeoman. Außerdem werden Arbeitsmethoden stark in die Ausbildung einbezogen und auch im Azubiteam konsequent angewendet, um uns gut auf den Arbeitsalltag vorzubereiten. Wir lernen unteranderen Umgang mit dem Scrum Framework sowie Story Driven Developement. Prüfungsbezogene Inhalte, wie betriebswirtschaftliche Grundlagen, werden in internen Schulungen ebenso behandelt wie Übungen für das Erstellen und Halten von Vorträgen und Präsentationen.

 

Der Unterricht in der Berufsschule findet in 2 wöchigen Blöcken statt. Die Klasse bietet mit nur 25 Schülern eine angenehme Arbeitsatmosphäre . Natürlich sind es alles männliche Mitstreiter 😀

Der “Nerdfaktor” in der Klasse ist recht hoch, das schafft eine wirklich gute Stimmung im Unterricht. Im Vordergrund stehen in der Berufsschule die Lernfächer für fachbezogene Themen in denen Grundwissen in Elektro-, Digital- und  Analogtechnik, sowie Programmieren mit C++ und die geschichtlichen Zusammenhänge vermittelt werden. In den Nebenfächern dreht es sich um soziales und gesellschaftliches Grundwissen, Deutsch, Ethik und Sport. Leider klafft eine sehr große Schere zwischen dem realen Arbeitsleben und dem was in der Schule gelehrt wird, dies entspricht meinen bisherigen Erfahrungen. Zu meinem Bedauern wird auch kein Wissen mit direktem Bezug auf Webentwicklung in den Unterricht eingebunden.

Die Ausbildung hat jedoch erst begonnen und ich lasse mich gerne positiv überraschen was die Berufsschule noch für mich bereit hält. Die Wochen werden  durch ein Meeting im Betrieb, bei dem Noten abgeglichen und eventuelle Probleme ausgemacht und Lösungen gefunden werden, beendet und dadurch abgerundet.

 

Die letzten 4 Monate sind wie im Flug für mich vergangen.Es motiviert mich sehr, dass die persönliche Entwicklung und eigene Ansätze gefördert werden. Ich habe bereits viele Erfahrungen gesammelt, freue mich darauf in den kommenden 2 ½ Jahren noch vieles mehr zu lernen und bin gespannt auf die anstehenden Herausforderungen.